Wappen von Ballenstedt

Ballenstedt

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Ballenstedt ist eine Kleinstadt am nördlichen Rand des Ostharzes, durch die die Straße der Romanik führt. Zur Stadt im Landkreis Harz gehören die Ortsteile Asmusstedt, Badeborn, Ballenstedt, Opperode, Radisleben und seit 2013 Rieder. 2015 hatte die Stadt ca. 9.130 Einwohner.

Ballenstedt ist ein geschichtsträchtiger Ort. Bereits 1030  wurde der Name in einer Urkunde des Grafen Esico von Ballenstedt genannt. Dessen Schwester Uta von Naumburg ist die Stifterin des Naumburger Doms und historisch die älteste Prinzessin von Ballenstedt.

Auf dem heutigen Schlossberg erbaute Graf Esico das Kollegiatstift St. Pancratius und Abundus, welches 1046 im Beisein von König Heinrich III. geweiht wurde. Dessen Enkel, Otto der Reiche, war Erbauer der Burg Anhalt im Selketal. Die Burg Anhalt war eine der größten Burganlagen des Harzes, wurde aber bei Auseinandersetzungen zwischen Welfen und Askaniern 1140 völlig zerstört. Otto der Reiche und sein Sohn Albrecht der Bär, Markgraf von Brandenburg, wohl der bekannteste Ballenstedter, wandelten 1123 das Stift in ein Benediktinerkloster um. 1170 wurde Albrecht der Bär in der dortigen Klosterkirche beigesetzt.

Im Bauernkrieg wurde das Kloster gestürmt und zum Teil zerstört. Die fast 500 Jahre alte Geschichte des Klosters endet mit der Säkularisation, der Verweltlichung und Loslösung aus kirchlichen Bindungen, durch Fürst Wolfgang von Anhalt. 1543 wird Ballenstedt das Stadtrecht verliehen. Im 30-jährigen Krieg  erstürmen Wallensteins Truppen die Stadt und plündern sie aus.

Ab dem 17. Jahrhundert wurde Ballenstedt durch die Fürsten von Anhalt-Bernburg zur Residenzstadt ausgebaut. Aus den Resten der ehemaligen Klosteranlage wurde eine repräsentative Schlossanlage errichtet. Das fürstliche Repräsentationsbedürfnis spiegelt sich in dem Bauten des Schlosskomplexes und den zahlreichen Bauten des Barocks der oberen Allee, der gradlinigen Achse zwischen Schloss und Stadt wieder. Bedingt durch die Hofhaltung und die Förderung von Kunst und Kultur durch die Fürsten von Anhalt-Bernburg wird Ballenstedt ein nicht unbedeutender Mittelpunkt des anhaltinischen Kunst- und Kulturlebens.

1765 erklärt Fürst Friedrich-Albrecht Ballenstedt offiziell zur Residenzstadt. Damit begann die politische, wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit der Stadt. Ausdruck des kulturellen Aufstiegs war unter anderem der Bau des Schlosstheaters ab 1788. Hier traten unter anderem Albert Lortzing und Franz Liszt auf und verschafften dem Theater einen bedeutenden Ruf über die Grenzen Anhalts hinaus.

Die Umgestaltung des östlichen Teiles des Schlossparks wird 1858  nach einem Entwurf des königlich-preußischen Garten- und Landschaftsgestalters Peter Joseph Lenné vorgenommen. Bemerkenswert ist die terrassenförmig angelegte Hauptachse mit vier Wasserbecken und Fontänen in Anlehnung an italienische Terrassengärten, eine der Hauptsehenswürdigkeiten Ballenstedts. Der westliche Teil des Schlossparks präsentiert sich als Landschaftspark nach englischem Vorbild, der in den angrenzenden Harzwald übergeht.

Mit dem Tod von Herzog Alexander Carl 1863 starb die Linie Anhalt-Bernburg aus und das Land fällt an die Dessauer Linie. Im wiedervereinigten Land Anhalt wird Ballenstedt eine von fünf Kreisstädten. Ballenstedt beginnt sich mit der zunehmenden touristischen Erschließung des Harzes zum Domizil wohlhabender Pensionäre zu entwickeln.

Durch die Ansiedlung von Industrie nach dem 2. Weltkrieg ändert sich die wirtschaftliche Struktur der Stadt grundlegend. Der Fremdenverkehr kommt fast zum Erliegen. Fachschulen von überregionaler Bedeutung begründen Ballenstedts Ruf  auch als Schulstadt.

Die ab 1990 zukunftsweisende Orientierung der Stadt auf Tourismus und Fremdenverkehr als wichtiger Wirtschaftszweig sind der Wegweiser zur Wiedererlangung ihres Rufes als „Perle des Ostharzes“. Besonders sehenswert ist das Ballenstedter Schloss, das Schlosstheater, der Schlosspark, das Heimatmuseum, der Herzogliche Marstall mit Cafeteria sowie Fürstin Pauline-Bibliothek in der romantischen Altstadt.

Auf dem Verkehrslandeplatz Ballenstedt-Harz im Ortsteil Asmusstedt werden Harzrundflüge, aber auch Fallschirmspringen, Ultraleichtfliegerei, Segelfliegerei, Drachenfliegen und Ballon fahren, angeboten. Zahlreiche Großveranstaltungen finden jährlich wiederkehrend auf dem Areal statt.

Ein Wanderziel ganz in der Nähe der Stadt sind die Gegensteine, sie sind Teil der Teufelsmauer, liegen bei Assmusstedt und gehören zum Naturschutzgebiet Gegensteine–Schierberg. Hier ist auch der Anfangspunkt des sogenannten Teufelsmauer Stieges, der über 35 Kilometer entlang der Teufelsmauer führt bis zum Großvater-Felsen nach Blankenburg. Im Frühling kann man ein besonderes Schauspiel beobachten, zwischen Rieder und Ballenstedt erblühen tausende von Märzenbechern und verströmen ihren Duft im Auenwald. Aber das sind nur einige der zahlreichen Wanderziele um Ballenstedt, wer mehr erleben will, packt seine Sachen und besucht die Stadt.