Wappen der Stadt Nordhausen

Nordhausen

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Erstmals erwähnt wurde Nordhausen in einer Schenkungsurkunde Heinrich I. an seine Frau Mathilde im Jahr 927. Eine frühere Siedlung lässt sich jedoch bis ins Jahr 785 nachweisen. Im 3 km entfernten Sundhausen legten die Franken einen Königshof an und bauten erste Straßen. Die Siedlung Nordhausen entwickelte sich am Schnittpunkt uralter überregionaler Verkehrswege, die nach Westen, Osten und als Königsstieg über den Harz führten.

Um 910 erbaute Heinrich der I. eine Burg, der 961 ein Stift von seiner Frau Mathilde folgte. Auch eine Pfalz, die räumlich mit der Burg verbunden ist, wird errichtet. 962 verleiht Otto I. der Siedlung das Markt-, Münz- und Zollrecht. Die dadurch entstehende Marktsiedlung kann als Keimzelle der späteren Stadt Nordhausen betrachtet werden. 968 und 974 schenken Otto I. sowie Otto II. Teile ihres Erbes dem Damenstift, welches somit materiell abgesichert ist.

1158 überlässt Kaiser Friedrich Barbarossa dem Damenstift seinen gesamten Besitz in Nordhausen. Damit wird die Äbtissin des Stifts zur Herrin über Nordhausen. In einem Konflikt zwischen  Staufer-Kaiser Barbarossa und dem Welfen-Herzog „Heinrich der Löwe“ brennt Heinrich Nordhausen 1180 nieder.

Das Jahr 1220 gilt als Meilenstein für die Herausbildung als freie Reichsstadt – dem 1277 die Vertreibung der königlichen Dienstleute durch die Bürger folgt. In den Jahren 1323 – 1329 vertreiben die Bürger endgültig die herrschenden adligen Geschlechter. Nordhausen wird freie Reichsstadt, regiert von einem bürgerlichen Rat. Als sichtbares Zeichen dafür wird Anfang des 14. Jahrhunderts der Roland vor dem Rathaus errichtet.

Im 15. Jahrhundert hat Nordhausen eine schwere Zeit. Ständig liegt die Stadt in Fehde mit den umliegenden Grafen von Hohnstein sowie Stolberg. In dieser Zeit kommt die Stadt aber auch zu viel Wohlstand, der begründet ist im Getreideumschlag aus der Goldenen Aue. Nordhausen errichtet eine mächtige Befestigungsanlage nach Osten, Zwinger genannt, die vor feindlichen Angriffen schützen soll.

Das 16. Jahrhundert war in Nordhausen von der Reformation geprägt, in der die Stadt eine Vorreiterrolle spielte. 1524 beschließt der Rat offiziell die Einführung der Reformation. Im Frühjahr 1525 predigt Luther gegen die Anhänger Müntzers. Im Dreißigjährigen Krieg kann sich Nordhausen 10 Jahre vor Inbesitznahme und Einquartierung schützen. 1629 ist es damit aber vorbei. Ständig wechselnde Truppen besetzen die Stadt und plündern, brandschatzen und morden. Viele Bürger müssen fliehen und anderswo Schutz suchen. Eine allgemeine Verarmung ist die Folge.

Im 17. Jahrhundert versucht Kurbrandenburg unter Friedrich III: sich der Stadt zu bemächtigen, was auch teilweise durch den Einmarsch preußischer Truppen 1703 gelingt. Im Siebenjährigen Krieg erlebt die Stadt einen wechselvolle Geschichte , wird mal von den Franzosen und mal von den Preußen besetzt. Eines haben alle Besetzer gemeinsam – sie plündern und pressen die Stadt aus. 1802 endet die Reichsfreiheit der Stadt, Nordhausen wird dem Königreich Preußen angegliedert. Der Beginn des 19. Jahrhunderts war in Nordhausen, wie überall in Deutschland zu dieser Zeit, von stagnierendem Handel und Gewerbe gekennzeichnet, was eine Massenarmut mit sich brachte.

Im Revolutionsjahr 1848 schließt sich Nordhausen der politischen Freiheitsbewegung als ein Vorreite an und wird durch sein linksliberales, demokratisches Gedankengut als „Stadt des Freisinns“ bezeichnet. Auch auf anderen Gebieten wird Nordhausen zum nationalen Impulsgeber, so bei der Einrichtung von Kindergärten. 1883 wird in Nordhausen der Deutsche-Fröbel-Verband gegründet. Nordhausen ist Ausgangspunkt der deutschen Vegetarierbewegung, die 1867 durch Eduard Baltzer gegründet wird.

Im beginnenden 20. Jahrhundert, am Vorabend der faschistischen Diktatur, untermauert Nordhausen seine gefestigte demokratische Tradition. Aber auch Nordhausen unterliegt dem damaligen Zeitgeist! Die NSDAP herrscht auch in Nordhausen. Und das mit besonderer Grausamkeit. Das Außenlager das KZ Buchenwald – Mittelbau Dora – wird in Nordhausen aufgebaut. Und es dient unter Zwangsarbeit zur Produktion der V1 und V2 Raketen. 20.000 Menschen müssen dabei ihr Leben lassen. (Weitere Infos unter Geheimprojekt Mittelbau)

Die dadurch von den alliierten Streitkräften vermutete Konzentration von Rüstungsindustrie in Nordhausen führt am 3. – 4. April 1945 zur massiven Bombardierung der Stadt. Das Resultat – 8.800 Tote und eine total zerstörte Stadt! Der Wiederaufbau der Stadt beginnt erst 1949. Mit starker Unterstützung der DDR-Staatsmacht aber rasant. Nordhausen entwickelt sich zum Zentrum der Spirituosenherstellung und der Tabakverarbeitung. Aber auch die Maschinenindustrie siedelt sich hier an.

Nach der Wiedervereinigung wird das wirtschaftliche Klima härter. Das Wegbrechen alter Märkte und neue Konkurrenz lassen einzig den Spirituosenproduzenten überleben. Dafür siedeln sich neue Gewerbe und Industrien an. Und Nordhausen baut zunehmend auf seine Geschichte sowie auf touristische Infrastrukturen.

Nordhausen – eine alte Stadt, die viel zu erzählen hat!