Wappen von Harzgerode

Silberhütte

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Silberhütte ist ein Ortsteil von Harzgerode. Dieser kleine Ort liegt im wunderschönen Selketal. In Silberhütte wurde einst – wie der Name schon sagt – Silber verhüttet, also Silbererz geschmolzen. Urkunden gehen von 1692 als Gründungsjahr von Silberhütte aus.

Der Ort hatte vier Schmelzöfen, zwei Schwefelöfen, ein Vitriolwerk und mehrere Pochwerke. Es wurden jährlich bis zu 1.600 Kilogramm Silber und 870 Tonnen Blei geschmolzen. 1825 wurde neben dem Silber das bisher einzige im Harz gefundene Gold verhüttet, sowie Selen, ein zu dieser Zeit nur naturwissenschaftlich interessanter Werkstoff. Zur Wasserversorgung der Hütte (später Victor-Friedrich-Silberhütte genannt) wurde um 1904 ein Kunstgraben angelegt, der bei Breitenstein beginnt und eine Länge von 25,5 Kilometern hat. Der Hüttenbetrieb wurde 1909 eingestellt.

1790 wurde eine Pulvermühle errichtet, die Bergwerke und Jäger belieferte. Später – um 1893 – kam die Herstellung von Feuerwerk hinzu. 1898 kam es zu einer schrecklichen Explosion, bei der die Pulvermühle vollständig zerstört wurde. Der Wiederaufbau erfolgte sofort, der Betrieb Pyrotechnik Silberhütte besteht als Niederlassung der Rheinmetall AG bis heute, dort  werden Leucht- und Signalmittel hergestellt. Er ist ein wichtiger Arbeitgeber in der Region.

Laut Betriebschronik  wurden 1928 Versuche mit raketenbetriebenen Schienenfahrzeugen durchgeführt, die Spitzengeschwindigkeiten von 253 km/h erreichten. Damals ein absoluter Weltrekord! Leider wurde der „Eisfeld-Valier-Rocket I“ vom Raketenpionier Max Valier bei der dritten Testfahrt vollkommen zerstört.

Besonders sehenswert ist die evangelische Waldkirche aus Fichtenholz der umgebenden Wälder mit 100 Sitzplätzen. Errichtet wurde sie 1932 nach Plänen des Ballenstedter Baurats Kurt Ehrlich, der das Erscheinungsbild der Kirche an Gebirgskapellen anlehnte. Der rechteckige Grundriss des Saalbaues hat an der Westecke einen schlanken Turm mit Bronzeglocken. Verkleidet wurde der Bau in Stülpschalung, auch bekannt unter Harzer Querbeschlag. Die Kirche ist im örtlichen Denkmalverzeichnis eingetragen.

Dieser kleine, ruhige Ort verfügt über einen Selketalbahnhof, wunderschöne Teiche und gut ausgeschilderte Wanderwege. Auf dem ehemaligen Gelände des Hüttenwerkes entstand später ein Holverarbeitungsbetrieb. Heute befindet sich auf diesem Gelände der „Unterharzer Waldhof“, ein Erlebnis- und Ausstellungskomplex über die Forstwirtschaft, der zum Besuch einlädt. Hier findet einmal im Jahr ein Waldhoffest mit spektakulärem Dampflokziehen statt.