Rittergut Kirchberg bei Seesen

Alte Dorfstraße 1, 38723 Seesen
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Das Rittergut Kirchberg war ursprünglich eine Wasserburg, bestehend aus einer trapezförmigen Kastellanlage von etwa 30 x 40 m.

Der Zugang erfolgte über eine Brücke mit mittigem Torbau, die einen etwa 30 m breiten Wassergraben von Osten her überspannte, die anderen drei Seiten waren umbaut.

Das Rittergut wird heute von der Besitzerfamilie bewirtschaftet. Es werden Ferienzimmer und Wohnungen angeboten. Der Alte Kornspeicher ist zum Veranstaltungssaal und Seminarraum um- und ausgebaut worden.

Das Abenteuer in der Übersicht

Kirchberg ist ein von Seesen eingemeindetes Dorf im Landkreis Goslar, das etwa 4 Kilometer südlich von Seesen liegt.

Dieser Standort ist eine sehr alte Siedlung, die wohl schon in der Zeit der Karolinger eine bedeutende Rolle spielte. Gelegen an der alten Thüringer Heerstraße, die dort einstmals die Aue der Markau querte, war der Ort wohl ein Missionsstandort der Franken in den Sachsenkriegen. Nach Stolberg kennzeichnet das Martinspatrozinium der Burgkirche selbige als königlich-fränkische Eigenkirche. Sie gab dem Burgbezirk den Namen „Kirchberg“, der dann auf das nahe, aber gesondert angelegte Dorf „Törneberg“ übertragen wurde.

Die Liudolfinger, als Nachfolger der der Franken, brachten den Kirchberg in den Besitz der Reichsstifts Ganderheim. Erstmals erwähnt wurde die St.-Martin-Kirche aber erst im Jahre 1206 durch Papst Innozenz, der das Patronat bestätigte. Es folgte im Jahre 1233 die erstmalige Nennung der Ortschaft und im Jahre 1344 die Nennung des „castrum Kerichberg“ als Eigentum des Klosters Walkenried. Eine weitere Nennung stammt von Herzog Otto dem Einäugigen von Göttingen aus dem Jahre 1438, in der die Herren von Freden und die Herren von Oldershausen als Lehensherren genannt werden. Über die Herren von Uslar-Gleichen und Herzog Heinrich I. kam das Rittergut an Heinrich II., Herzog zu Braunschweig-Lüneburg. Dieser belehnte im 16. Jahrhundert seine drei unehelichen, von Eva von Trott geborenen Söhne, Heinrich Theuerdank, Eitel Heinrich und Heinrich Karl mit der Burg Kirchberg und legitimierte sie als Herren von Kirchberg. Da allerdings alle drei Söhne ohne Nachkommen blieben, fiel nach deren Tod der Besitz an das Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel.

Es folgten im Jahr 1606 Verpfändungen an die Herren von Dorstadt und im Jahr 1615 an die Herren von Campen, in deren Besitz das Gut im Jahre 1622 endgültig übergeht. Ab etwa 1625 bis ins 19.Jahrhundert wurden zahlreiche Neu- und Umbauten am Rittergut gemacht, die den Altbestand stark verwässerten. Seit 1888 ist das Rittergut im Besitz der Familie von Petersdorff-Campen.

Das Rittergut Kirchberg war ursprünglich eine Wasserburg, bestehend aus einer trapezförmigen Kastellanlage von etwa 30 x 40 m. Der Zugang erfolgte über eine Brücke mit mittigem Torbau, die einen etwa 30 m breiten Wassergraben von Osten her überspannte, die anderen drei Seiten waren umbaut. Die Nord- und Westseite waren von schmalen Wassergräben umgeben, die Südseite wurde von einem Teich gesichert. Westlich der Burganlage befand sich eine Vorburganlage mit der Kirche St. Martin auf einer kleinen Anhöhe. Bis etwa 1758 war die Wasserburganlage in der geschilderten Konstellation erhalten, dann folgten durchgreifende Um- und Neubauten.

Die heutige Anlage ist geprägt von einem stattlichen quadratischen Schlossbau des späten Rokoko mit einem hohen Keller-Erdgeschoss. Es folgt ein massives Untergeschoss sowie ein Obergeschoss aus verputztem Fachwerk. Der Abschluss wird von einem mächtigen Zeltdach gebildet, das mit zweifachem Mansardbruch versehen ist. Die ehemaligen Wassergräben und Teiche sind heute Großteils verfüllt und das übrige Rittergutsgelände mit neuen Wirtschaftsgebäuden überbaut.

Das Rittergut wird heute von der Besitzerfamilie bewirtschaftet. Es werden Ferienzimmer und Wohnungen angeboten. Der Alte Kornspeicher ist zum Veranstaltungssaal und Seminarraum um- und ausgebaut worden.