Die Burg Wiedelah

Amtstraße 19, 38690 Goslar
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Wiedelah ist ein Ortsteil der Nordharzer Kleinstadt Vienenburg im Landkreis Goslar. Heute städtebaulich zusammengewachsen, waren Vienenburg und Wiedlah einst selbstständige Ortschaften. Wiedelah, gelegen an der Einmündung der Ecker in die Ocker, hatte einst große strategische Bedeutung. Daher wird angenommen, dass dort schon in vor- und frühgeschichtlicher Zeit Befestigungsanlagen existiert haben könnten.

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Überliefert ist allerdings nur, dass dort 1292 begonnen wurde eine Wasserburg zu errichten. Ein Jahr zuvor wurde die bedeutende Harliburg, einst Reichsburg, dann in den Besitz der Welfen gekommen, von König Rudolf von Habsburg zerstört. Da die Harliburg in der unmittelbaren Nähe von Wiedelah lag, wird davon ausgegangen, dass die Burg Wiedelah aus den Steinen der Harliburg erbaut wurde. Gleiches trifft auch in etwa auf die Burg Vienenburg zu. Bauherren der Wasserburg Wiedelah waren die unter Einfluss des Bistums Hildesheim stehenden Herren von der Gowische, die 1297 den Bau vollendeten. 1341 verkauften die Brüder Hermann, Sigfried und Albrecht von der Gowische das „hus to dem Widela“ an Bischof Heinrich III. von Hildesheim. Die Wasserburg Wiedelah blieb dann bis zum Ende der Hildesheimer Stiftsfehde im Jahre 1523 in den Händen der Hildesheimer Bischöfe. Die Burg durchlebte in jener Zeit allerdings eine sehr wechselvolle Geschichte, denn sie häufig verpfändet, u.a. an die Herren von Schladen, von Wallmoden, von Bortfeld, von Bock, von Dorstadt, von Rössing, von Linde, von Salder, von Cramme und von Schwicheldt. Letztere führten 1426/27 eine Fehde gegen Goslar, Braunschweig und Hildesheim, die als Schwicheldtsche Fehde in die Regionalgeschichte einging. Die Städte zogen, unterstützt von Herzog Otto von Braunschweig, 1427 gegen die Herren von Schwicheldt auf der Burg Wiedelah, belagerten und eroberten diese. Auch nahmen sie die Herren von Schwicheldt gefangen, die sich aber 1430 bereits wieder im Besitz der Burg befanden.

1523 fiel die Lehenshoheit an Herzog Heinrich den Jüngeren von Braunschweig, der die Herren von Schwicheldt als Burgherren auf Wiedelah beließ. Dann kam im Jahre 1547 der Schmalkaldische Krieg und die Herren von Schwicheldt wurden wegen ihrer Teilnahme entschädigungslos vertrieben.

1569 fiel die Burg an das mächtige Brandenburgische Geschlecht derer von Quitzow. Unter deren Herrschaft begann eine neue Blütezeit der Burg, die einstige Wasserburg wurde um 1600 zum Renaissanceschloss umgebaut. Dann zog der Dreißigjährige Krieg durch die deutschen Lande und im Jahre 1626 eroberte Wallenstein, seines Zeichens Oberbefehlshaber der kaiserlichen Streitkräfte, die Burg Wiedelah wie auch die benachbarte Vienenburg. Nach dem Ende des Krieges findet das Stift Hildesheim die Herren von Quitzow mit einer Summe von 10 000 Reichstalern ab und nimmt das Geschick der Burg wieder in die eigenen Hände. Nach der Säkularisation 1802 wurde die inzwischen strategisch unbedeutende Burg zur Domäne umgewandelt. Heute ist die Burg in Privatbesitz und leider für Besucher nicht geöffnet.

Die kastellförmige Kernburg ist etwa quadratisch und hat Abmessungen von 35 x 38 m. Sie ist von einer 1,8 m dicken Mantelmauer umgeben. Die Nord-, West- und Südflügel, um den schmalen rechteckigen Innenhof, sind erhalten, der Ostflügel ist abgebrochen worden. Daher ist der Innenhof nach Osten geöffnet. In der Mitte des Südflügels, bündig mit der Mantelmauer, befand sich der mächtige, quadratische Bergfried. Der hatte eine Grundfläche von 8 x 9 m, mit 3,0 – 3,5 m dicken Mauern, ist aber bis auf Traufenhöhe angebrochen worden und wird heute vom Südflügel überdacht. Der östliche Teil des Südflügels war einst ein zweigeschossiger Palas, Wurde aber um 1600 auf drei Geschosse erhöht und mit den anderen Flügeln auf eine Höhe gebracht. Auch die anderen Burgflügel wurden um 1600 um- bzw. neugebaut.

Westlich neben dem Nordflügel befindet sich eine gewölbte Toreinfahrt, die bündig zur Außenfront angeordnet ist. Auffällig an der Anlage ist der quadratische Wachturm, der 30,5 m hoch ist und 5,5 x 5,5 m in der Fläche. Die Sichtfront des Nordflügels ist architektonisch anspruchsvoll im Stil der Renaissance geschmückt. In der Hofecke des Nord- und Westflügels steht ein achteckiger Wendeltreppenturm, der gleichfalls im Renaissancestil geschmückt ist. Um die Kernburg herum liegt der Wassergraben, der heute teilweise zugeschüttet ist. Auch die weitreichende ehemalige Vorburg von 150 x 160 m ist in ihren Grundzügen noch erkennbar.