




Der Mühlenweg in Blankenburg wurde durch die Initiative des ehemaligen Stadtrates Torsten Stolt (†) ermöglicht. Seine Idee wurde in Zusammenarbeit der Stadt Blankenburg mit Unterstützung des LIONS Club Blankenburg durch Spenden umgesetzt.
„Glück auf!“ ist der Gruß der Bergmänner, den kennt Jeder. Aber den Gruß der wandernden Müller-Gesellen kennt kaum einer „Glück zu“ hieß es bei ihnen, wenn sie sich trafen. So wurde das Glück von Mühle zu Mühle getragen. Erreichten sie eine neue Mühle, grüßten sie den Müller mit „Glück zu“ und baten um eine Arbeit.
In Blankenburg konnten sich die Mühlräder nur durch einen künstlich angelegten Graben drehen. Hier gab es keinen natürlichen Wasserlauf innerhalb der Stadtmauern. 1726 trug der Landvermesser Fleck alle Mühlen im Stadtgebiet in einen „geometrischen Plan der Stadt Blankenburg“ ein. Deshalb wird bei der Geschichte der Mühlen diese Jahreszahl oft erwähnt, die eigentliche Jahreszahl für den Bau der Mühlen ist oft nicht mehr bekannt.
Der Mühlenweg in Blankenburg umfasst 13 Stationen auf ca. 4 Kilometer Wanderstrecke, unterwegs zeigen Markierungen in Form von Mühlrädern zwischen den Pflastersteinen den Weg durch die Geschichte der Wassermühlen in der Stadt Blankenburg.
Die Route beginnt am Wassertor im Schlosspark Blankenburg. Ein ausgeklügeltes Teich- und Grabensystem ermöglichte
den Betrieb der verschiedenen Mühlen im Gebiet der Stadt. Auch vor den Toren nutzten weitere 7 Mühlen diesen Wasserlauf.
Die Obermühle am Schlossberg beginnt ihre Geschichte bereits 1454. Hier wurde Weizen gemahlen. Mehrmals brannte die Mühle im Laufen der Jahrhundert ab, wurde aber stets wieder aufgebaut. Erst 1928 wurde sie stillgelegt und 1935 in ein Wohnhaus umgebaut. Die Mühlentechnik musste 1953 weichen. Heute ist die Obere Mühle nach umfangreicher Sanierung eine Pension und Gaststätte.
Die Neue Mühle in der Hohen Straße 8 wurde 1734 errichtet. Sie besaß zwei diagonalen Mühlenräder und zwei
Mahlgänge. Die Neue Mühle wurde 1900 stillgelegt und abgerissen.
Die Marmormühle in der Bergstraße 24 wurde im Jahr 1719 als Marmorschleiferei erbaut. Ab 1721 bezog man sie als Sägemühle in die Herstellung von Gewehrschäften ein.
Die 1454 erstmalig erwähnte Malzmühle stand hinter dem Rathaus von Blankenburg und wurde 1960 stillgelegt, 15 Jahre später im Jahr 1985 wurde sie durch die PGH Bau abgerissen.
1627 wurde eine Roggenmahlmühle in der ‚Münze‘ errichtet. Diese tat ihren Dienst auch weiter nach dem Einbau einer
Turbine im Jahr 1865. Ab 1930 wurde sie durch einen Gleichstrom- und ab 1937 durch einen Wechselstrommotor angetrieben. 1983 erfolgte die Stilllegung, seit dem dient sie Wohnzwecken und aber auch Besichtigungen sind möglich, da die komplette Mühlentechnik erhalten wurde.
Die Mühle am Lühnertorplatz wurde in der Geschichte von Blankenburg erstmals 1726 erwähnt. Die Mühle war eine Mahl- und Oelmühle. Nach einem Brand 1850 wurde sie nicht mehr aufgebaut.
Die Sägemühle in der Lühnergasse wurde 1726 erwähnt. Sie diente zunächst als Mahl- und Oelmühle, später als Säge- und Oelmühle der Firma Wolter. Bis ins Jahr 1926 lief der Betrieb als Sägemühle der Firma Schönfeld. Nach Stillegung der Mühle und dem Abriss wurden auf dem Gelände die Postgaragen errichtet.
Um 1800 wurde die Mühle in der Grüne Gasse als Oelmühle errichtet. Ende des 19. Jahrhunderts war auf dem Gelände der Mühle auch eine Holz- und Kohlenhandlung ansässig. Nach dem Abriss im Jahr 1992 errichtete man Wohnblöcke auf dem Areal.
Die Lohmühle in der Albert-Schneider-Straße wurde 1726 als Mahl- und Oelmühle erwähnt. Später diente sie als Lohmühle der Firma Kruse. Eine Lohmühle dient zur Zerkleinerung von pflanzlichen Gerbmitteln (Fichten- und Eichenrinden) für die Lederherstellung. Der Abriss der Mühle erfolgte 1966.
Die Farbmühle stand bis zu ihrem Abriss 1960 in der Mühlenstraße 60/60a. Sie wurde 1726 erwähnt und diente während ihrer Nutzungszeit als Mahl-, Oel-, Säge- und Farbmühle.
In der Mühlenstraße 45 steht die ehemalige Zimmermannnsmühle, eine Mahl- und Oelmühle, aus dem Jahr 1726. Um 1924 wurde die Mühle stillgelegt und das Gebäude diente danach als Wohnhaus. Nach der Wende 2011 wurde das Gebäude von H. Eue
rekonstruiert, dabei wurde auch die alte Mühlentechnik erhalten.
Die Mahl- und Oelmühle in der Westerhäuser Straße wurde bereits 1726 erstmals in der Geschichte Blankenburgs erwähnt. Sie wurde im Laufe der Jahre als Säge-/Schrotmühle aber auch zur Saatgutreinigung genutzt. Die Stilllegung der Mühle erfolgte 1906. Der Abriss des Mühlengebäudes fand 2000 statt, damit an dieser Stelle ein Einkaufsmarkt errichtet werden konnte.
Die Mühle im Kallendorfer Weg 30 wurde als Mahl-, Oel-, Säge- und Lohmühle erstmals 1726 erwähnt. Sie wurde um 1921 stillgelegt. Im Jahr 1964 erfolgte der Umbau des Gebäudes in ein Wohnhaus.
Eine weitere Wassermühle in Blankenburg ist die Regensteinmühle, die sich unter der Burg und Festung Regenstein befindet und restauriert wurde. Da sie sich nicht im direkten Stadtgebiet befindet, ist sie in den Mühlenweg nicht einbezogen.