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Rothesütte liegt direkt an der Bundesstraße 4 zwischen Ilfeld/Netzkater und Hohegeiß. Es ist ein kleiner beschaulicher Ort mit einem neuen Highlight, der HEX-Erlebniswelt mit dem größten Hexenbesen im Harz.
Rothesütte gehört als Teil zur Stadt Ellrich im thüringischen Landkreis Nordhausen. Es ist die nördlichste Ortschaft Thüringens im schönen Naturpark Südharz. Die höchste Erhebung im Umkreis des Ortes ist der nordwestlich liegende Große Ehrenberg.
Nur ca. 1,8 km nordwestlich von Rothesütte liegt das Dreiländereck Niedersachsen–Sachsen-Anhalt–Thüringen. Hier steht auch der Drei-Länder-Stein.
Ab 2022 wurde auf dem Gelände der ehemaligen Grenzkompanie ein neuer Höhepunkt geplant. Ein Harzer Hexenreich sollte ein touristischer Anziehungspunkt werden. Am 1. Oktober 2025 eröffnete die Hex – Die Erlebniswelt mit dem weltgrößten Hexenbesen.
Der Hexenbesen ist ein barrierefreier Aussichtsturm und nun mit seinen 70 Meter Höhe das Wahrzeichen des Ortes Rothesütte. Auf 44 Meter Höhe befindet sich die 360-Grad Aussichtsplattform. Über 742 Stufen kann man den Turm erklimmen oder ganz bequem mit einem Aufzug hinauf fahren. Über zwei verschieden Riesenrutschen kann man wieder zum Fuß des Turmes gelangen. Der Besenstiel ist zugleich eine Antenne und ca. 24 Meter lang. Rund 2.600 Stahlteile und 22.000 Schrauben wurde bei dem Hexenbesen-Turm verbaut. Im Außenbereich des Hexenbesens gibt es zahlreiche Spielangebote sowie Restaurants und Imbisse.
Ungefähr im 17. Jahrhundert beginnt die Geschichte der Ortschaft. Das Gebiet gehörte zum Hohnsteinischen Forst, welcher ab 1645 an die Grafen zu Stolberg-Wernigerode fiel. Um 1750 wurde der Drei-Länder-Stein am Großen Ehrenberg, Rothesütte gehörte damals zum „Gräflich Wernigeröder Forst“ (GW).
Die Gründung des Orts erfolgte laut Quelle 1679. Der Name soll von einem Viehhof mit roten Pfützen („Sütte“ genannt) herrühren. Ursprung der roten Pfützen sind rötliche Sedimente (Konglomerate, Sandsteine) aus dem Perm und rotbrauner Rhyolith aus vulkanischer aktiver Zeit. Mehrere Geopark-Stelen sowie eine Infotafel erläutert die geologische Geschichte des Ortes.
1682 bekam ein Holzhauer die Erlaubnis des Grafen zu Stolberg-Wernigerode einen Gasthof „in der rothen Sütte“ zu eröffnen. 1705 ließ die gräfliche Kammer hier eine Ziegelei einrichten. Rothesütte erweiterte sich um Häuser für Holzhauer und Förster.
1733 wurde im Ort eine kleine Kirche errichtet, wodurch Rothesütte nun einen eigenen Pfarrer und Lehrer erhielt. Die baufällige Kirche wurde in den 70er Jahren der DDR-Zeit abgerissen. Nun hatte der Ort nur noch einen Glockenträger mit der erhalten gebliebenen Glocke von 1888. Es wurde keine neue Kirche errichtet.
1800 wohnten in Rothesütte 85 Einwohner in 15 Häusern und um das Jahr 1900 bereits 250 Einwohner. Zwischen 1807 und 1813 gehörte Rothesütte zum Königreich Westphalen. Wechselnde Zuordnungen brachten Rothesütte zum Königreich Hannover, zum Amt Hohnstein oder zur preußischen Provinz Hannover. Ab 1. Oktober 1932 wurde der Ort der preußischen Provinz Sachsen zugeordnet.
Im Juli 1929 hielten sich die britisch-amerikanischen Schriftsteller Wystan Hugh Auden und Christopher Isherwood in der Sommerfrische in Rothesütte auf. W. H. Audenschrieb „Das Zeitalter der Angst, 1947 und erhielt 1948 den Pulitzer-Preis. Ch. Isherwood ist bekannt durch seine „Berlin Stories“, die Grundlage des Filmmusicals „Cabaret“ wurden.
Ab 1944 gehörte der Ort zu Thüringen und dem Landkreis Nordhausen. Nach der Wende und dem Fall der innerdeutschen Grenze wurde Rothesütte 1994 in die Stadt Ellrich eingemeindet.