Nagelstein in Ermsleben

Markt 18, 06463 Falkenstein/Harz
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Nagelstein in Ermsleben

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Auf dem Marktplatz von Ermsleben steht ein mystischer Stein, der Nagelstein genannt wird.

Dieser Stein, der an einen Menhir erinnert, steht auf einem Steinsockel installiert direkt vor dem Rathaus.

Er hat heute eine Höhe von etwa 2,30 Meter.

Er diente im Mittelalter zur Vollstreckung von „Gottesurteilen“.

Das Abenteuer in der Übersicht

Auf dem Marktplatz von Ermsleben steht ein mystischer Stein, der Nagelstein genannt wird. Dieser Stein, der an einen Menhir erinnert, steht auf einem Steinsockel installiert direkt vor dem Rathaus. Er hat heute eine Höhe von etwa 2,30 Meter. Im unteren Drittel ist er zerbrochen und wurde künstlich wieder zusammen gefügt. Der Nagelstein vermittelt den Eindruck, als wenn er ursprünglich einmal viel größer war, sicherlich diente er auch zu Kultzwecken. Aber das sind nur Vermutungen, denn sein Ursprung ist unbekannt – so unbekannt wie für uns auch der Sinn und Zweck der vorzeitlichen Hinkelsteine.

Im Mittelalter soll dieser Stein seinen Platz auf dem Burggelände der Burg Ermsleben gehabt haben. Er diente zur Vollstreckung von „Gottesurteilen“. Der Delinquent wurde genötigt, einen Nagel in den Gerichtsstein zu schlagen. Bei einem erfolgreichen Versuch wurde er dann begnadigt und galt als unschuldig. Die letzte nachgewiesene Verhandlung hat 1715 stattgefunden. Die des Mordes an der Witwe Georg Ottens und deren Tochter zu Sinsleben überführten Mörder Hans Jürgen Jäckel, Eleonora Bethgen und Anne Catharina Jahnsen wurden zum Tode durch das Rad bzw. Enthauptung verurteilt. Der Ausgang des Gottesurteils ist nicht überliefert.

Einigen Delinquenten muss Gott allerdings beigestanden haben, wie die zahlreichen Nägeleinschläge beweisen. Das aber beruht nicht auf übersinnliche Kräfte oder geistlichen Bestand sondern auf schlichten naturwissenschaftlichen Tatsachen. Der Nagelstein besteht aus Sedimentgestein und in diesem besonderen Fall enthält er entsprechend viele Tonminerale als Bindemittel. Besonders bei großer Feuchtigkeit oder anhaltendem Regen weichten diese Minerale auf und an vielen Stellen war der Stein dann so weich, dass es gelang einen Nagel einzuschlagen. Auch muss herangezogen werden, dass die damals geschmiedeten Nägel erheblich härter waren als unsere heutigen. Dieser Umstand kam zur damaligen Zeit einem Wunder gleich.

In der Neuzeit wurde der stattliche Stein zweckentfremdet. Zuerst als Bismarckdenkmal, die Konturen der Bronzeplatte, auf der der ehemalige Reichskanzler abgebildet war, sind noch heute zu erkennen. Später, nach dem 2. Weltkrieg, war die bronzene Bismarckgedenktafel verschwunden; auch die DDR hatte Bedarf an Denkmälern. Aber auch diese Epoche verging und die Ehrentafel verschwand. All diese Spuren zeichnen den Nagelstein – wenn Steine reden könnten!

Einige Meter vom geschichtlichen Denkmal entfernt, steht heute ein schmucker Brunnen mit hohem künstlerischem Anspruch, der das Thema „Nagelstein“ aufgreift.