Die Stadt Thale liegt am nordöstlichen Rand des Harzes, am Ende des steil abfallenden Bodetals. Thale gehört zum Landkreis Quedlinburg sowie zum Land Sachsen-Anhalt. Die Stadt ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Thale zu der auch seit 1. Juli 2009 die Orte Allrode, Almsfeld, Friedrichsbrunn, Neinstedt, Stecklenberg, Treseburg, Warnstedt, Weddersleben, Wendefurth und Westerhausen gehören. Die Stadt Thale ist insbesondere bekannt durch das wildromantische Bodetal und den mythen- und sagenumwobenen Hexentanzplatz, mit den Ortsteilen bildet sie die Urlaubsregion Bodetal, die dank der unzähligen Sagen und Mythen auch als Sagenharz bezeichnet wird.
Die Siedlung Thale ist wahrscheinlich im 10. Jahrhundert entstanden. Urkundlich erstmals erwähnt wurde der Flecken 936 in Zusammenhang mit dem Kloster Wendhusen, das als Nonnenkloster 840 gegründet worden war. In der Folgezeit stand das Kloster unter der Schutzherrschaft des Quedlinburger Stifts. Ab 1231 wurde das Dorf Thale als „Dal“ bezeichnet. 1525, während des Bauernkrieges wurde das Kloster zerstört.
Die Region um Thale, insbesondere der Hexentanzplatz sowie die Roßtrappe waren schon in vorchristlichen Zeiten Orte für Rieten und Rituale. Auch hat sich im Bodetal einmal eine Burg befunden, über die aber nichts überliefert ist.
Seit 1445 ist in Thale eine erste Eisenhütte nachgewiesen, die aber 1670 zerstört wurde. 1686 entstand dann eine Hammerschmiede, aus der sich später schrittweise eine Eisenhütte entwickelte, die aber 1714 bereits wieder schloß.
Der Holz- und Wasserreichtum sowie Erzvorkommen in der Region führten dazu, dass 1740 erneut eine Hütte eröffnet wurde, die sich sogar zwischenzeitlich im Besitz Friedrich des Großen befand.
Wenigen bekannt dürfte sein, das 1831 in Thale die erste schmiedeeiserne Wagenachse in Deutschland gebaut wurde. 1835 wurde Europas erstes Blechemaillierwerk gegründet.
Nach dem Bahnanschluß 1862 wuchs der Ort sowie die Zahl der Beschäftigten beträchtlich. Waren 1872 noch 350 Personen in der Eisenindustrie Beschäftigt, so waren es 1905 schon 4.400. Die Emailproduktion verhalf Thale zu internationalem Ansehen. Ab 1916 wurden in Thale Stahlhelme produziert, im 2. Weltkrieg hatte die Thaler Hütte darauf sogar das Monopol.
Im 19. Jahrhundert sowie Anfang des 20.Jahrhunderts, begann sich in Thale auch der Fremdenverkehr zu entwickeln. Maßgeblich dafür war die Erschließung der radonhaltigen Hubertusquelle.
Diese Entwicklung wurde aber in der DDR weitestgehend abgebrochen. Thale entwickelte sich mit seinem Eisenhüttenwerk – EHW – zum reinen Industriestandort. Die Luft in dieser Zeit war auch so sehr belastet, dass Fremdenverkehr keine Perspektive hatte. Einzig das Bodetal sowie der Hexentanzplatz und die Roßtrappe konnten sich ihre touristische Attraktivität bewahren.
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Nach der Widervereinigung zerbrach die Thaler Industrielandschaft fast vollständig. Es wurde abgerissen und saniert, eine neues Gewerbegebiet sowie neue touristische Infrastrukturen geschaffen.
Thale blüht wieder auf und hat heute Touristen mehr zu bieten, als Hexentanzplatz, Bodetal und Roßtrappe. Zu erwähnen sind da insbesondere, das Harzer Bergtheater, der Tierpark Hexentanzplatz, das Hüttenmuseum, die Schwebebahnen, den Funpark, das neue Stadtzentrum sowie das Bauspielhaus.
Auch der historische Kern von Thale in der Unterstadt auf dem Gelände des ehemaligen Klosters Wendhusen ist sehenswert. Die Feiern zur Walpurgisnacht (jährl. am 30.04.) locken jährlich mehrere Tausend Gäste nicht nur auf den Hexentanzplatz sondern auch nach Thale.
Thale ist Ausgangspunkt für Wanderungen in das wildromantische Bodetal. Eine Führung der besonderen Art ist die Sagenwanderung, die von der Tourist-Information angeboten wird. Im Bodetal kann man in der geschichtsträchtigen Gaststätte "Königsruhe" eine Rast machen und über der wildromantischen Bode einen Imbiss oder Kaffee und Kuchen geniessen.
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